Ein neuer Anfang – Warum man immer auf sein Herz hören sollte

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Wie ihr vielleicht wisst und aus meinem „About“ entnehmen konntet, studier(t)e ich Pharmazie und das schon eine ganze Weile. Ein verdammt hartes und schweres Studium. Dazu gehört viel Selbstdisziplin und eine Menge Zeit. Das habe ich schon vorher gewusst und war auch bereit diese Zeit zu investieren und mehr Selbstdisziplin zu erlernen. Doch irgendwann wurde mir klar, dass die Kreativität in diesem Gebiet fast gänzlich ausfällt. Ich war davor auf einem Kunstgymnasium, also war kreativ sein höchste Priorität. Pharmazie allerdings, beschränkt sich auf stures Auswendiglernen – wie jede Naturwissenschaft aber ich dachte niemals, dass es mir so sehr die Kraft rauben würde.

Das Internet – mein Zuhause

Man könnte sagen, ich verbringe mein halbes Leben im Internet. Wäre nicht mein Freund, bei dem ich aus Höflichkeit den Laptop oder das Handy für einige Stunden weglege, dann könnte ich sagen, dass ich dort Wohne. Ich bin dort allerdings nicht nur der ‚Konsument‘ verschiedener Youtube Videos oder Blogbeiträge – ich denke auch sehr viel darüber nach, was sich im Hintergrund abspielt und finde es auch sehr spannend, wie sich die Medienlandschaft im Internet von Tag zu Tag immer weiter entwickelt. Im Laufe der letzten zwei Jahre habe ich gemerkt, dass hinter vielen Blogs, verschiedenen Marken und Firmen sehr viel Strategie liegt – und das vor allem im Bereich Social Media. Wenn ich schon das Internet so liebe, wieso nicht in diese Richtung laufen? Warum soll ich es unterlassen sogar während meiner Arbeit meine Zeit dort zu verbringen?

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Keine Zeit zum Träumen
Nach dem Studium der Pharmazie hat man zwar so gut wie einen garantierten Job und einen sehr guten Einstiegsgehalt, aber was bringt es mir, wenn ich meine Kreativität nicht ausleben kann und mich das unglücklich macht? Zwar interessieren mich die pharmazeutischen Studieninhalte wirklich sehr, aber es passt ganz  einfach nicht in mein Leben. Ich möchte meine Kreativität ausleben, meinen Blog weiter bringen und nebenbei vor mich hin Träumen, denn dabei kommen mir meistens die besten Ideen und zum Träumen hatte ich während des Pharmazie-Studiums keine Zeit.

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Warum Plan B manchmal besser ist
Nach den zwei langen Jahren, vielen Höhen und Tiefen machte ich eine Ausnahme und hörte nur auf mich. Ich habe lange überlegt, wohin mich mein Weg führen soll. Ein ganzes Jahr wusste ich bereits, dass ich Pharmazie nicht mehr studieren möchte. Doch es ist sehr schwer sich eine Entscheidung selber einzugestehen, wenn das ganze Umfeld in die entgegen gesetzte Richtung denkt. Trotz der großen Skepsis meiner Eltern und manchen Freunden, habe ich das Alte losgelassen und mich für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft inskribiert. Es war die beste Entscheidung, die ich jemals gemacht habe. Ich bin so glücklich in einem Umfeld lernen zu können, mit dem ich mich identifizieren kann. Schon allein der Gedanke, dass die Professoren wissen was Twitter ist, löst in mir eine gute Laune aus. (Glaubt mir… manche Pharmazeuten haben es nicht so mit der Technik). Ich fühle mich wie in meinem zweiten Zuhause und will nicht mehr so schnell weg.

Eines möchte ich euch sagen: Wenn ihr immer wieder etwas versucht und es klappt nicht so, wie ihr euch das vorstellt, dann solltet ihr euch fragen, ob ihr euch dazu entschieden habt.
Ich habe mich zwar mit meiner Neugier für Pharmazie entschieden, aber nicht mit meiner Leidenschaft.
Das war wohl der persönlichste Beitrag, den ich jemals geschrieben habe. Ich hoffe er gefällt und inspiriert euch vielleicht in einer Weise. Habt ihr schon mal das Studium gewechselt? Überlegt ihr euch es vielleicht oder wisst ihr nicht, für was ihr euch entscheiden sollt?

7 Gedanken zu “Ein neuer Anfang – Warum man immer auf sein Herz hören sollte”

  1. Sehr toller Beitrag, vielen Dank das du uns an persönlichen Gedanken teilhaben lässt! :) Mir ging es mit meinem Job genau so, es hat mich einfach unglücklich gemacht und mir auch oft den letzten Nerv und Kreativität geraubt. Ich bin, auch wie du eben ein Kreativer Mensch und kann mich da total austoben. Ich wünsche dir in deine neuen Lebensabschnitt viel Erfolg und Spaß, du hast dich definitiv richtig entschieden! :)

    Liebe Grüße,
    Diorella

  2. Hallo!

    Genau davor habe ich Angst. Ich habe dieses Jahr maturiert, mich für Publizistik und Informatik angemeldet. So dumm wie ich war, habe ich mich für Informatik entschieden, obwohl ich eigentlich ja Publizistik wirklich machen wollte, einfach, weil das Interesse da ist, und ich mir sehr gut vorstellen kann, dass ich später im Medienbereich arbeiten MÖCHTE. Informatik habe ich probiert, und schon bald gesagt – nein, das ist nichts für mich.
    Auch interessiert mich ja Chemie, ich kann es, ich verstehe alles was mit Chemie zu tun hat sehr schnell, ABER will ich später wirklich in einem Labor, in der Forschung, oder wo auch immer arbeiten? Keine Ahnung. Ich bin 18, ich habe noch Zeit, aber irgendwie würde ich doch Publizistik machen wollen. Wie war denn die Aufnahmeprüfung? Wie ist es dir ergangen?

    Liebe Grüße,
    Tamara

    • Hallo liebe Tamara,
      nichts ist verloren, du bist jung und auch wenn du ein Jahr hinterher bist, macht das absolut nichts! Du hast genug Zeit den richtigen Weg zu finden!
      Ich hatte ebenfalls den Gedanken, ob ich es nicht mit Informatik versuchen sollte, aber dazu mache ich irgendwann vielleicht lieber eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich wie HTML und CSS.
      Bezüglich der Studien- und Berufswahl: Versuch viel mit Menschen zu sprechen über deren Berufe, mach verschiedene Führungen und informiere dich im Internet, vielleicht findest du ja bald das was du wirklich machen möchtest! :)
      Die Aufnahmeprüfung war wie jedes Jahr: Es waren wieder weniger Teilnehmer anwesend, als Plätze zur Verfügung (ca. 2000 Leute angemeldet, nur 900 sind gekommen), deswegen war die Prüfung keine Herausforderung, weil uns gleich nach der Abgabe gesagt wurde, dass wir alle aufgenommen werden. :)

      Falls du noch fragen hast, kannst du mir gerne schreiben :)

      Liebe Grüße,
      Aly

  3. Ich habe sehr – wirklich sehr lange und sehr oft überlegt, das Studium abzubrechen oder zu wechseln oder sonstwohin…. aber jetzt wo ich fertig bin und in meinem Job arbeite, bin ich sehr froh, es nicht getan zu haben, es durchgehalten und überstanden zu haben, weil mein Job wohl das beste ist, was mir je passieren konnte…. :) Gute Aufgaben, Herausforderungen, eigentlich ganz nette Kollegen, nicht nur Arbeit am Schreibtisch sondern auch im Hafen und die Möglichkeit zu reisen und Auslandsaufenthalte. Dazu ein super Einstiegsgehalt und Bereitschaftsgeld … ich kann mir kaum vorstellen, dass man in meinem Alter (25) viel mehr verlangen kann…. ich bin glücklich, finanziell unabhängig und kann mir super viel leisten und sparen…. :) Um damit in meiner Freizeit mich selbst verwirklichen zu können.

    Manchmal wird durchhalten also auch belohnt…. ^_^

    Liebe Grüße!
    Wind.Prinzessin

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